Die EUDR-Landschaft
Die EU-Entwaldungsverordnung (Verordnung (EU) 2023/1115) erfasst sieben Rohstoffe: Kaffee, Kakao, Soja, Holz, Kautschuk, Rinder und Palmöl, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse. Große und mittlere Marktteilnehmer und Händler müssen die Vorgaben ab dem 30. Dezember 2026 erfüllen; kleine und Kleinstunternehmen ab dem 30. Juni 2027. Ein am 13. Juli 2026 angenommener delegierter Rechtsakt würde Anhang I ändern: löslicher Kaffee, bestimmte Palmölderivate und gefrorene Rinderzungen kämen hinzu, während Rinderhäute, Rinderfelle und Leder (unter anderem) herausfielen. Dieser Rechtsakt steht noch unter der Kontrolle von Europäischem Parlament und Rat und wurde nicht im Amtsblatt veröffentlicht; der heutige Anhang I ist also unverändert und Leder bleibt im Anwendungsbereich. Tritt der Rechtsakt in Kraft, unterliegen die neu aufgenommenen Erzeugnisse der Verordnung ab dem 30. Dezember 2027.
Quelle: Commission delegated act of 13 July 2026 amending Annex I to Regulation (EU) 2023/1115 (no OJ number yet), Regulation (EU) 2023/1115, Article 36(4) and (5) (scrutiny); Annex I (Primärquelle) · geprüft am 23. August 2026
Quelle: Regulation (EU) 2023/1115, Article 38(2) and (3), as replaced by Regulation (EU) 2025/2650, Article 1, point (25) (Primärquelle) · geprüft am 6. September 2026
Jede Angabe unten ist anhand des Verordnungstexts oder einer offiziellen Quelle verifiziert, dort jeweils vermerkt.
EUDR Rinder
Rinder sind der exponierteste und am schwersten rückverfolgbare Rohstoff: Das Tier wechselt im Laufe seines Lebens zwischen Betrieben, die Lieferkette läuft über indirekte Lieferanten vor dem letzten Verkauf, und die relevanten Nachweise liegen in Brasiliens Tiertransitsystem (GTA/SISBOV).
EUDR Kakao
Brasilien ist tatsächlich Nettoimporteur von Kakaobohnen: Die brasilianische Schokoladenindustrie bezieht weit mehr aus Westafrika, als das Land in die EU exportiert (USDA FAS, 2025).
EUDR Kaffee
Kaffee ist eine mehrjährige Kultur auf festen Parzellen, meist mit einem sauberen CAR-Polygon (Brasiliens ländliches Flurregister): allein deshalb einer der besser rückverfolgbaren EUDR-Rohstoffe.
EUDR Palmöl
Die Palmölproduktion in Brasilien konzentriert sich auf eine bescheidene Basis im Bundesstaat Pará, weit unterhalb der Größenordnung der führenden südostasiatischen Erzeuger.
EUDR Kautschuk
Brasilien ist die Heimat des Kautschukbaums, doch das meiste Naturkautschukangebot kommt heute aus Südostasien; Brasiliens eigener Kautschukhandel mit der EU ist vergleichsweise gering.
EUDR Soja
Soja bewegt sich in enormen Mengen, wird vor dem Export aber in Silos zusammengeführt, wodurch Ernten vieler Betriebe in einer einzigen Erklärung aufgehen, bei einer eher diffusen als konzentrierten Abnehmerbasis.
EUDR Holz
Plantagenholz, Kiefer und Eukalyptus, gilt überwiegend als risikoarm und wird gezielt für Exportmärkte einschließlich der EU angebaut. Natives Amazonasholz liegt am anderen Ende: höheres Risiko, nachverfolgt über Brasiliens eigene Dokumentenkette (DOF/Sinaflor).
AnyLAI hat mit Kaffee begonnen, weil hier der Ansatzpunkt heute am saubersten ist: eine mehrjährige Kultur, eine feste Parzelle, das richtige Dokument und eine auf Deutschland konzentrierte Abnehmerbasis. Dieselbe Architektur (deterministisches Dokumenten-Parsing, menschliche Attestierung, souveräne Verarbeitung und ein auf UNTP aufbauendes Credential) lässt sich, wo es sinnvoll ist, auf weitere Rohstoffe und Korridore des multipolaren Handels erweitern. Das ist eine erweiterbare Architektur, kein Produktkatalog.
Arbeiten Sie mit einem anderen EUDR-Rohstoff und möchten über die Lage sprechen? Das ist ein Gespräch, kein Verkaufsgespräch: Kontakt aufnehmen
